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Aktuelles - Soziale Probleme in Deutschland

Einem Blinden das Blindengeld zu streichen hei├čt, ihn in der W├╝ste Sahara auszusetzen.

An die Regierung                                                                         14. Dez. 2004
des Landes Hamburg, Berlin, Niedersachsen
per Telefax

Betr.: K├╝rzung des Blindengeldes

 Sehr geehrte Damen und Herren,

 ich bin B├╝rger des Landes Nordrhein-Westfalen und ich schreib es Ihnen ganz offen:

Wenn mein Landesvater den Blinden das Blindengeld k├╝rzen w├╝rde, dann t├Ąte ich ihn ├Âffentlich als moralisch verkommen anprangern. Ich k├Ânnte dieses auch begr├╝nden. Da mir in Ihrem Falle die Begr├╝ndung fehlt, will ich, wenn auch schweren Herzens, auf diese Meinungs├Ąu├čerung verzichten. Was ich allerdings ├╝ber Ihr Verhalten denke, das k├Ânnen Sie sich sicher vorstellen. Es ist schon eine Schande, eine moralische Schande f├╝r eine Landesregierung, solchen Menschen die Existenz durch Geldk├╝rzungen unter dem Hintern wegzustreichen, die durch ihre Behinderung schon Ausgaben haben, die das normale Ma├č v├Âllig ├╝berschreiten.

 Blinde Menschen m├╝ssen in der Regel f├╝r ihre Begleitung alles dazu bezahlen. Selbst die Freizeitaktivit├Ąten, die bisher f├╝r Begleitpersonen frei waren, werden mehr und mehr kostenpflichtig.

 Die Behinderten haben unwahrscheinliche Ausgaben auf dem technischen Sektor. Diese beschr├Ąnken sich nicht nur auf die blindenspezifischen Hilfsmittel. Sie umfassen auch den Elektronikbereich, wie Musikanlagen, wie Computer, etc., die ihnen ihr beschissenes Leben ein bisschen menschlicher machen. Wobei hier von Menschenw├╝rde immer noch nicht die Rede sein kann.

 Bereits vor einigen Jahrzehnten hat man den Blinden schon die Gelder gek├╝rzt. Was hier geschieht, betrachte ich als einen weiteren Beitrag zur Euthanasie Behinderter. Man streicht ihnen die M├Âglichkeit, sich einfach menschlich zu entfalten und sich am Leben zu erfreuen. Ich sehe deutlich die Gefahr, da├č sich die Geschichte wiederholt. Vor etwa sechzig Jahren hat man auch darauf hingewiesen, da├č die Behinderten der Gesellschaft zu teuer werden und hat ihnen damit auch die Lebensgrundlage entzogen. Zuletzt wurden sie abgespritzt.

 Wenn ihr Haus, und das setze ich einfach voraus, noch einen Funken Anstand und Moral hat, dann gehe ich davon aus, da├č diese Blindengeldk├╝rzung eine Zeitungsente ist und mehr nicht.

 Hochachtungsvoll

W├Ąhrend sich immer mehr Bundespolitiker rotzfrech, ohne Scham und ohne Schuldgef├╝hl die Taschen f├╝llen, k├╝rzen sie den ├ärmsten der Gesellschaft, den Heimbewohnern, das eh nicht ausreichende Taschengeld nochmals um 30 (drei├čig!!!) Prozent.

Gelesen in ÔÇťDer RingÔÇŁ Zeitschrift der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel (Bielefeld)
Januar 2005

Aufruf an die Wirtschaft:

Bitte stecken Sie Ihr Geld in die Taschen der Heimbewohner. Dort ist es ehrlicher und anst├Ąndiger investiert. Und, quasi als Zins, k├Ânnen Sie morgens erhobenen Hauptes in den Spiegel gucken.

Wer den Zuverdienst Behinderter stiehlt, boykottiert ihre Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft und f├Ârdert aktiv ihre Isolation!

An den Bundeskanzler                                                                               7. Januar 2005
der Bundesrepublik Deutschland
Herrn Gerhard Schr├Âder
per Telefax

Offener Brief

Herr Bundeskanzler!

Nach den sozialpolitischen Schweinereien Ihrer Regierung im vergangenen Jahr- ich erinnere hier an die versuchte Streichung der Freifahrten im Personennahverkehr, an die Streichung des Blindengeldes in drei Bundesl├Ąndern, die auch Sie zu verantworten haben, weil Sie als Kanzler aller B├╝rger versagt haben und nicht aufgestanden sind und die Bundesl├Ąnder ermahnt haben, dass man so mit den Schw├Ąchsten der Gesellschaft nicht umgehen darf - setzten sich die Greueltaten Ihrer Regierung schon zu Beginn dieses Jahres fort.
V├Âllig fassungslos habe ich heute einen Aktenvorgang in die H├Ąnde bekommen, aus dem zu ersehen ist, dass die Freibetr├Ąge f├╝r den Zuverdienst Behinderter drastisch gek├╝rzt werden. In diesem Fall verdient ein schwerstbehinderter Mann 150 Euro und arbeitet daf├╝r etwa 60 Stunden. Er braucht diese Zeit, weil er m├╝hsam Finger vor Finger schieben muss, um die Computertastatur zu bedienen. Bisher galt dieser Betrag als geringf├╝gige Besch├Ąftigung und wurde kaum auf seine Grundsicherung angerechnet. Seit dem 1. 1. 2005 darf er nur noch knapp 40 Euro davon behalten; alles andere wird ihm per Bescheid gestohlen. Er arbeitet also unter qu├Ąlenden Bedingungen f├╝r etwa 70 Cent die Stunde.

Sie k├Ânnen sich vorstellen, dass dieser Bescheid zu Recht ein Schlag rechts und links in das Gesicht des betroffenen Behinderten  bedeutet. Ebenso wird es einigen tausenden anderen Behinderten am heutigen oder in den kommendenTagen ergangen sein oder noch ergehen. Ich frage mich wirklich , wo beginnt in Ihrem Kabinett die Schamgrenze und wann kommt Ihr Haus endlich dahinter, dass es bei Behinderten seit zwanzig Jahren nichts mehr einzusparen gibt, dass sie schon 20 Jahre unter ihrem Existenzminimum leben.

Die Lebensqualit├Ąt berufsloser Behinderter im Heim oder in Aussenwohngruppen ist gleich Null. Diese Behinderten haben keinen Cent, um sich auch nur eine kleine Freude zu bereiten, - dieses Geld steht einfach nicht mehr zur Verf├╝gung. Behinderte tragen wieder Zahnl├╝cken und zerlumpte Kleidung. Sie gehen weniger zum Arzt und kaufen keine zuzahlungspflichtigen Medikamente. Sie leben zwangsweise ungesund! Glauben Sie wirklich, Sie k├Ânnen die Behinderten mit Ihren Streichungen ermutigen,  ├╝berhaupt noch etwas zu tun? Und glauben Sie - und das ist die viel wichtigere Frage - mit diesen brutalen Zugriffen auf die wenigen zus├Ątzlichen Eink├╝nfte den Behinderten das Gef├╝hl zu vermitteln, vollwertige Glieder der Gesellschaft zu sein?

Ich habe soeben festgestellt, dass klammheimlich sogar der Mehrbedarf f├╝r Behinderte, der bisher 20 % betrug auf 17 % gek├╝rzt wurde. Widerlich!

Ich sage es Ihnen ganz klar Herr Bundeskanzler: Das ist Euthanasie durch die Hintert├╝r! Nein nein, man spritzt sie nicht direkt ins Jenseits, man entzieht ihnen einfach die Lebensgrundlage. Indem man den Behinderten die Gelder wegnimmt, die sie brauchen, um ein sp├Ąrlich menschenw├╝rdiges Leben zu f├╝hren, vernichtet man sie psychisch und physisch. Ihnen bleibt nur noch, die vier W├Ąnde anzustarren. Sie verzweifeln, vereinsamen und verbl├Âden, weil Freundeskreis und  Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ausgeschlossen sind. Wer befreundet sich schon mit einem Menschen, der ihm nicht mal eine Tasse Tee anbieten kann?

Aus diesem Bescheid geht hervor, dass der Behinderte 60 Euro weniger hat, als im Dezemder 2004. Dies entspricht etwa 10 Tage Nahrungsmittel. Anders ausgedr├╝ckt stiehlt Ihre Regierung diesem und anderen Behinderten 10 Tage das Essen. Haben Politiker, die solche Gesetze zusammenschustern, noch ein moralisches Empfinden?  

Ich bin wirklich erschrocken, dass sich die Trag├Âdie der Vernichtung Behinderter so schnell ÔÇô schon 60 Jahre sp├Ąter ÔÇô versteckt, heimlich und verborgen unter dem Deckmantel, dass alle sparen m├╝ssen, wiederholt.

Herr Bundeskanzler, beenden Sie diese sozialpolitische Schweinerei.

Wer Behinderten den Mehrbedarf k├╝rzt,
klaut ihnen die Wurst vom Brot und den Kaffee aus der Filtert├╝te.