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Herzlich willkommen !

Dies ist die Hompage des Ökumenischen Chores Roll- und Ge(h)sang e.V. Wetter (Ruhr) und von Debby, einer BoxerhĂŒndin, die lĂ€ngst nicht mehr da ist. Sie muß fĂŒr Helmut hinhalten, dem Webmaster der HP. BlĂ€ttere mal durch die Seiten; - vielleicht findest Du hier Interessantes.

Leika - neue Herrscherin ĂŒber das Haus

In den spÀten Abendstunden des Sonntages, 08. MÀrz 2009, nahm Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erden
seinen irdischen VerkĂŒnder des Evangeliums

D. Ulrich Bach

 zu sich in sein himmlisches Reich.

 Ulrich Bach verkĂŒndete die Frohe Botschaft in Wort und Gesang. Er war Theologe aus Leidenschaft und er war SĂ€nger aus Leidenschaft. Was ihn auszeichnete, war die Liebe zu seinem himmlischen Chef und die Liebe zu seinen irdischen Mitmenschen.

 Ulrich Bach gehörte zu den GrĂŒndern der „Kurrende der Martinskirchengemeinde Volmarstein“. Er blieb dem Chor auch unter seinem neuen Namen
„Ökumenischer Chor Roll- und Ge(h)sang e.V.“ treu.
Vor einigen Jahren verschlimmerte sich noch einmal seine schwere Behinderung. Dadurch war er gezwungen, die aktive Chorarbeit einzustellen. Über seine Frau Erika und einzelne Chormitglieder behielt er die Chorarbeit mit großem Interesse im Auge.

 Der Chor durfte seinen 75. Geburtstag und die Goldene Hochzeit 2008 musikalisch umrahmen.

 Ulrich Bach war nicht nur guter Theologe, Lehrer, SĂ€nger und Schriftsteller, sondern auch scharfer Beobachter und kritischer Mahner.

 Wir trauern mit Erika Bach, der Tochter Kornelia, dem Sohn Eberhard und den Enkeln um den Verlust eines Menschen, der Format gezeigt hat.

 FĂŒr den Chor

 Ursula Beyer und Helmut Jacob

1977, zwei Wochen vor Ostern

 Manchmal schrecke ich auf in der Nacht, und ich denke an Station vier.

 Dann liege ich in unserem Schlafzimmer. Klar, wo denn sonst? NatĂŒrlich gehört zu unserer Wohnung auch eine KĂŒche, ein Wohnzimmer, eine Mansarde fĂŒr die GĂ€ste. Und die Kinder haben jeder ein Zimmer fĂŒr sich. Wir können’s uns leisten; ich verdiene nicht schlecht. Und zu ĂŒppig ist das ja auch wieder nicht.

 Manchmal schrecke ich auf in der Nacht, und ich denke an Station vier.

 Dort leben Frauen, die so schwer behindert sind, daß sie keinen Beruf erlernen konnten. Sie verdienen nichts. Sie kosten einiges. Die öffentliche Hand zahlt, damit sie nicht umkommen. Sie wohnen zu dritt auf einem Zimmer oder zu fĂŒnft. Ein Zimmer fĂŒr fĂŒnf, und das seit zwanzig Jahren oder auch seit achtunddrei­ßig. Und dieses Zimmer ist zugleich Schlafzimmer und Wohnraum, Eßzimmer und Besuchsraum, fĂŒr manche auch Klo. Die WĂŒrde des Menschen ist unan­tastbar. Dort ist noch niemand erfroren, noch nie­mand verhungert. Ein Hoch auf den Sozialstaat!

 Manchmal schrecke ich auf in der Nacht, und ich denke an Station vier.

 Die Frage ist doch: Muß das so sein? Mit welchem Recht rechnen wir so: Einer verdient und kann es sich leisten: fĂŒnf Zimmer fĂŒr vier. Ein anderer verdient nichts und verdient damit das: ein Zimmer fĂŒr fĂŒnf, zwei SchrĂ€nke fĂŒr drei? - „Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulĂ€ssig“, sagt unser Grundgesetz. Allenfalls zulĂ€ssig, verstehen Sie, also nicht unbedingt nötig; nicht einmal dann, wenn das Wohl der Allgemeinheit es erforderte. Nur ruhig denn: Es wird dabei bleiben: wir behalten unsere Wohnun­gen, Sie und ich; und die Damen auf Station vier wol­len uns - bitte schön - nicht böse sein, nein.

Manchmal schrecke ich auf in der Nacht, und ich denke an Station vier.

 Ich frage dann weiter: MĂŒĂŸten die Kirchen nicht laut protestieren? Sie halten doch einiges von dem, der die Verstoßenen Gottes Kinder nannte. Ist es nicht an der Zeit, sie wenigstens leben zu lassen, wie wir unse­re eigenen Kinder leben ließen? Wo bleibt da die Kir­che? Wo bleibt ihr Protest? - Und dann fĂ€llt es mir ein: Sie hat ja protestiert. Es stand in der Zeitung, zwei Wochen vor Ostern: In Bonn kam man zusam­men zu einer Protestkundgebung. Angesichts neuer GesetzesentwĂŒrfe fĂŒrchtete man um den Bestand der kirchlichen Einrichtungen. Wer könnte da schweigen! Der Staat muß dafĂŒr sorgen, daß auch in Zukunft die Kirche Einfluß behĂ€lt im Bereich der Krankenversor­gung. So sagte der Bischof. Und er fĂŒgte hinzu: Die Kirchen stehen zum Kampfe bereit.

 Manchmal schrecke ich auf in der Nacht, und ich denke an Station vier.

 Ich stelle mir vor: Das Ende der Welt. Unser Heiland kommt wieder und fragt uns, was wir denn getan ha­ben fĂŒr seine Geschwister, und auch, was wir ihnen nicht getan haben. Ich höre uns antworten: Herr, wir haben dafĂŒr gekĂ€mpft, daß Station vier in kirchlicher TrĂ€gerschaft blieb. Vielleicht wird er dann fragen: Be­kam also dort jeder ein Zimmer fĂŒr sich? Und wir kön­nen nur antworten: 0 nein, Herr, das nicht; aber wir kĂ€mpften, und das mit Erfolg, wir kĂ€mpften um den kirchlichen Einfluß, das schien uns das Wichtigste. - Was eigentlich werden wir sagen, sollte er fragen: Und meine Schwestern in eurem Hause, war das auch fĂŒr sie das Wichtigste?

 Manchmal schrecke ich auf in der Nacht, und ich denke an Station vier.